Verdunstungskühlung ohne Versprühung

In Gebäuden mit erhöhtem Komfort oder thermischen Anforderungen werden klimatechnische Anlagen eingesetzt, welche die Außenluft entsprechend kühlen. Mit der Temperaturdifferenz zwischen Zu- und Abluft kann dann die Wärme aus dem Raum abgeführt werden. Zur Kühlung der Außenluft wird diese in Klimaanlagen üblicherweise mit mechanischer Kälteerzeugung gekühlt. Je nach Grad der Kühlung und Entfeuchtung bedeutet dies einen Bedarf zwischen 3 und 9 kW/1.000 m³/h. Die daraus resultierende Kälte- und Rückkühltechnik sowie die erforderlichen Installationen treiben die Investitionen und Betriebskosten in die Höhe. Seit 1986 bietet SEW® dazu eine wirtschaftliche Lösung an.

IAVK SchemaFür den Betrieb der kältetechnischen Anlagen fallen jedoch hohe Energie- und Betriebskosten an. Bei den immer höher werdenden Energiepreisen sind demnach hocheffiziente und wirtschaftliche Lösungen gefragt.

Eine wirksame und erfolgreiche Möglichkeit wird von der Fa. SEW® seit 1986 mit der indirekt adiabatischen Verdunstungskühlung (IAVK) angeboten. Dabei wird die ohnehin für eine hohe Energieeinsparung eingesetzte Wärmerückgewinnung multifunktional genutzt. Während im Winter die Wärme von der Abluft auf die Außenluft übertragen wird, wird im Sommer die Kälte von der kühleren Abluft übertragen. Um den Effekt zu verstärken, wird die Abluft adiabatisch befeuchtet. Allein durch das Verdunsten des Wassers, ähnlich wie beim Regen, sinkt die Temperatur. Je nach Abluftkondition bis zu 10 Grad. Eingebunden in ein Kreislaufverbundsystem lässt sich dies problemlos realisieren.

Mit der IAVK wird das WRG-System von SEW® multifunktional genutzt und arbeitet in sich effizienter. Durch die kleineren Restkälteanlagen ergeben sich weitere positive Effekte wie z.B. kleinere Rückkühlwerke. Über das Wärme- und Kälterückgewinnungssystem kann dann die Kälte übertragen und eine Zulufttemperatur von 20-24 °C erzielt werden. Ganz ohne Kältetechnik!

IAVKSeit der erfolgreichen Einführung der indirekt adiabatischen Verdunstungskühlung mit Stadtwasser Mitte der 80er Jahre konnte damit bis 2013 eine Gesamtkälteleistung von 157.000 kW ersetzt werden. Somit ergeben sich hohe Einsparungen an Investitionen im Gewerk Kältetechnik.

Der Einsatz der IAVK ist jedoch nicht ganz unproblematisch und erfordert viel Erfahrung. Das Versprühen von Wasser ist, aufgrund der Legionellengefahr, äußerst problematisch. Ein Besprühen der Wärmeaustauscher zieht Korrosions- und Verschmutzungsprobleme nach sich. Des Weiteren belasten Abluftstäube sowie säure- und laugenbildende Gase den Befeuchtungskörper. Deshalb setzt SEW® von Beginn an auf Verdunstung über Oberflächenbefeuchter. Diese Verdunstung - ohne Versprühung - wirkt der Legionellenproblematik entgegen. Dabei wird zum Befeuchten meist Stadtwasser eingesetzt, dies spart Kosten der Wasseraufbereitung.

Um die Betriebssicherheit und auch Standfestigkeit weiter zu verbessern, hat SEW® den Befeuchter der 2. Generation entwickelt. Dabei wird der Wabenbefeuchter in einen Standteil und einen Opferteil unterteilt. Während der Standteil für eine hohe Lebensdauer konzipiert ist, kann der preiswertere Opferteil bei Bedarf erneuert werden.